Akute Entzündung ist eine lebenswichtige Immunantwort auf Verletzung oder Infektion. Chronische niedriggradige Entzündung -- auch "Silent Inflammation" genannt -- ist dagegen ein pathologischer Zustand, bei dem Entzündungsmarker wie C-reaktives Protein (CRP), Interleukin-6 (IL-6) und Tumornekrosefaktor-alpha (TNF-alpha) dauerhaft leicht erhöht sind. Christ et al. (2019) zeigten, dass die typisch westliche Ernährung (reich an gesättigten Fetten, Zucker und hochverarbeiteten Lebensmitteln) das angeborene Immunsystem umprogrammiert und einen dauerhaft pro-inflammatorischen Zustand erzeugt -- ein Prozess, der als "trained immunity" bezeichnet wird.
Galland (2010) identifizierte die wichtigsten diätetischen Einflussfaktoren auf Entzündungsmarker. Pro-inflammatorisch wirken: raffinierte Kohlenhydrate, Transfettsäuren, übermäßiges Omega-6 (Sonnenblumenöl, Maisöl), verarbeitetes Fleisch und zugesetzter Zucker. Anti-inflammatorisch wirken: fetter Fisch (Omega-3), Beeren und dunkles Blattgemüse (Polyphenole), Kurkuma (Curcumin), Olivenöl (Oleocanthal), Nüsse, Vollkornprodukte und fermentierte Lebensmittel. Das Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3-Fettsäuren spielt eine zentrale Rolle: Ein Verhältnis unter 4:1 gilt als anti-inflammatorisch, die typisch westliche Ernährung liegt jedoch bei 15-20:1.
Shivappa et al. (2014) entwickelten den Dietary Inflammatory Index (DII), der 45 Ernährungsparameter zu einem einzigen Entzündungsscore zusammenfasst. Prospektive Kohortenstudien zeigen, dass ein pro-inflammatorischer DII-Score mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen, Typ-2-Diabetes, Depression und verschiedene Krebsarten assoziiert ist. Anti-inflammatorische Ernährungsmuster wie die Mittelmeerdiät oder die DASH-Diät erreichen konsistent niedrige DII-Scores und sind mit reduzierten Entzündungsmarkern und besseren gesundheitlichen Outcomes verbunden.
Eine anti-inflammatorische Ernährung muss keine strenge Diät sein. Die Grundprinzipien sind: viel Gemüse und Obst (5-9 Portionen täglich, farbenfroh), regelmäßig fetten Fisch oder Algenöl, Olivenöl als primäres Speisefett, Nüsse und Samen als Snacks, Vollkornprodukte statt raffinierter Kohlenhydrate, und Gewürze wie Kurkuma, Ingwer und Zimt. Gleichzeitig sollten hochverarbeitete Lebensmittel, Transfette und zugesetzter Zucker reduziert werden. Diese Veränderungen können Entzündungsmarker innerhalb von 4-6 Wochen messbar senken.
Weil Sie „Entzündungshemmende Ernährung: Das anti-inflammatorische Muster" gelesen haben, empfehlen wir diesen nächsten Schritt:
Lerne, wie chronische Entzündung entsteht, welche Rolle die Ernährung spielt und wie du Entzündungsmarker durch Lebensstil senken kannst.
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Diet and inflammation
Designing and developing a literature-derived dietary inflammatory index
Zuletzt wissenschaftlich überprüft: 14.04.2026
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